Wie geht es mit der Mensa Prinz Karl weiter? Diese Frage beschäftigt viele Studierende seit der Schließung des traditionsreichen Standorts im Wintersemester 2025. Nun steht die Antwort fest: Das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim hat ein neues Nutzungskonzept entwickelt und plant die Wiedereröffnung der Innenstadtmensa zum Sommersemester 2027.
Hintergrund der Schließung waren deutlich rückläufige Gästezahlen und Umsätze in Prinz Karl nach der Wiedereröffnung der kernsanierten Mensa Wilhelmstraße. Das bisherige Betriebsmodell erwies sich unter diesen Bedingungen langfristig als nicht mehr tragfähig. Für das Studierendenwerk stand jedoch nie zur Debatte, den Standort dauerhaft aufzugeben.
„Wir wissen, welchen Stellenwert dieser Ort für viele Studierende und Beschäftigte der Universität hat“, erklärt Edith Hein, Geschäftsführerin des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim. „Die zahlreichen Rückmeldungen der vergangenen Monate haben uns gezeigt, wie sehr der Prinz Karl vermisst wird. Wir werden diesem besonderen Ort mit einem neuen Betriebskonzept wieder eine langfristige Perspektive geben.“
Kern des neuen Konzepts ist eine klare gastronomische Neuausrichtung. „Künftig wird im Prinz Karl wieder vor Ort gekocht“, so Ulrich Brand, designierter Leiter der Abteilung Hochschulgastronomie und Koordinator des Projekts. „Das Angebot setzt auf saisonale und regionale Zutaten, handwerkliche Zubereitung und einen Schwerpunkt auf fleischlose Gerichte.“ Damit erhält die Innenstadtmensa ein eigenständiges kulinarisches Profil.
„Gleichzeitig wollen wir den Prinz Karl als Raum für die Studierenden entwickeln“, ergänzt Edith Hein. „Als Treffpunkt, als Ort für Diskussion und Austausch oder einfach zum Entspannen. Mit dem Kuckuck e.V. haben wir einen erfahrenen Partner an unserer Seite, um die Mensa Prinz Karl auch in den Nachmittags- und Abendstunden mit Leben zu füllen.“
Geplant sind Öffnungszeiten bis in die Abendstunden, ab dem späteren Nachmittag mit einem Getränkeangebot an der Bar zu für Studierende verträglichen Preisen. Darüber hinaus bietet die Kooperation auch Raum für weitere Entwicklungen. Perspektivisch könnten auch Kultur- und Veranstaltungsformate wie Poetry Slams, Lesungen oder studentisch organisierte Veranstaltungen den Standort zusätzlich bereichern.
Zunächst werden Küche und Gasträume umfassend modernisiert und an das erweiterte Betriebskonzept angepasst. Neue Aufenthaltsbereiche, eine verbesserte Akustik, moderne Beleuchtung und erstmals auch eine Außenbestuhlung sollen die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen und den Standort stärker zur Innenstadt öffnen. Das Studierendenwerk dankt der Stadt Tübingen, Vermögen und Bau Baden-Württemberg sowie dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für die enge und konstruktive Zusammenarbeit. Ohne ihre Beiträge wäre dieser Neustart nicht möglich.
So entsteht im Herzen der Tübinger Altstadt ein Ort, der weit mehr ist als eine Mensa: ein Raum zum Essen, Lernen, Begegnen und Verweilen.
Über das konkrete Eröffnungsdatum wird das Studierendenwerk rechtzeitig informieren.

