08.Jul2013
Machbarkeitsstudie mit verschiedenen Lösungsansätzen liegt vor.

Nach einem intensiven Abwägungsprozess hat sich das Land Baden-Württemberg im Frühsommer 2012 für den Neubau einer Mensa für die Universität Tübingen auf dem Areal zwischen Hölderlin-, Sigwart- und Nauklerstraße entschieden. Das Amt Vermögen und Bau Baden-Württemberg wurde daraufhin von der Stadt Tübingen aufgefordert, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Frage zu klären, ob ein Mensaneubau auch bei Erhalt des Hörsaalanbaus an das Gebäude der Alten Physik möglich ist. Zudem regte das Landesamt für Denkmalpflege an, zusätzlich noch eine Einbeziehung der Flächen des Hörsaalanbaus in das Betriebskonzept des Mensaneubaus zu prüfen.

Machbarkeitsstudie Anfang Juli vorgestellt
Als neutraler Gutachter hat das Architekturbüro Dömges aus Regensburg diese Fragestellung in Zusammenarbeit mit einem Küchenplaner und im Austausch mit dem Studentenwerk Tübingen-Hohenheim anhand zahlreicher Planungsvarianten detailliert untersucht. Die seit 3. Juli 2013 öffentlich zugängliche Machbarkeitsstudie beinhaltet alle Ergebnisse dieser Überlegungen. Sie zeigt eine Vielzahl verschiedenster Lösungsansätze für einen Mensaneubau auf dem Areal zwischen Hölderlin- und Wilhelmstraße. Sie sind nicht als endgültige Entwürfe, sondern als breites Spektrum von Flächen-, Organisations- und Volumenstudien zu bewerten, das zeigt, welche Rahmenbedingungen und Zielsetzungen für einen Architektenwettbewerb festgelegt werden müssen.

Die Gutachter analysierten auf den über einhundert Seiten der Studie eine Vielzahl an Varianten. Als Wertungskriterien wurden hierbei Punkte wie Betriebs- und Baukosten, Betreiberkonzepte, aber auch die Berücksichtigung von historischer Bebauung, städtebaulicher Überlegungen sowie freiräumlicher Wünsche der Universität zugrunde gelegt.

Zielsetzungen und Bewertungskriterien
Folgende sechs Zielsetzungen spielten bei der Bewertung eine Rolle:

  1. Zentraler attraktiver Platz
  2. Wegebeziehung Hölderlin-Wilhelmstraße
  3. Vermeidung einer Störung des Anlieferbetriebs
  4. Berücksichtigung der historischen Bebauung
  5. Transparenz gegenüber allen Seiten
  6. Erhalt des Hörsaalgebäudes Alte Physik

Am Ende der Studie werden insgesamt sechs Gebäudekomplexe tiefergehend untersucht und bewertet. Dabei kommt das Architekturbüro zu einem klaren Fazit: Ein Neubau lässt sich funktional sinnvoll nur realisieren, wenn dafür der Hörsaalanbau des ehemaligen Physikgebäudes abgerissen wird. Eine Integration des Gebäudes in einen Mensaneubau ist zwar grundsätzlich möglich, führt aber zu eklatanten Einschränkungen für den Betriebsablauf. Das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim teilt die Auffassung des Architekturbüros und favorisiert daher ebenfalls die Planungsvariante A, die fünf der sechs oben genannten Zielsetzungen erfüllt.

Die Machbarkeitsstudie mit den sechs verschiedenen Varianten sowie die ausführliche Begründung der Entscheidung des Landes für den Neubau (unter dem Titel „Neubau einer Mensa im Talcampus der Universität Tübingen – Gesamtdarstellung der strategischen Entscheidung“) stehen auf der Internetseite von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen, zum Download bereit: www.vba-tuebingen.de